Grenzgänger Deutschland- Schweiz
Wie werden kapitalisierte Einmalauszahlungen aus einer Schweizer Pensionskasse besteuert?

Bis 2004 konnten Einmalauszahlungen aus einer schweizer Pensionskasse in Deutschland steuerfrei bezogen werden, falls der Grenzgänger länger als 12 Jahre in der Schweiz gearbeitet hat. Es mussten lediglich die Zinserträge besteuert werden, falls die Zugehörigkeit zur Pensionskasse weniger als 12 Jahre betrug.

Betreffend der Anwendung des Alterseinkünftegesetzes auf die Besteuerung von Zahlungen in bzw. aus Schweizer Pensionskassen - insbesondere bei Grenzgängern in die Schweiz - ergeben sich ab dem Veranlagungszeitraum 2005 verschiedene Neuerungen:

Einmalzahlungen aus einer Schweizer Pensionskasse - nach Eintritt des Versorgungsfalles, bei Vorbezug oder bei Verlassen der Schweiz (sog. Freizügigkeitsleistungen) - sind entsprechend der Neufassung des Gesetzeswortlauts steuerpflichtig! Dies gilt für Zahlungen, die nach dem 31.12.2004 zugeflossen sind.

Bezieht ein Grenzgänger beispielsweise 200 000 Euro Kapitalauszahlung so muss ab dem Jahre 2005 die Hälfte versteuert werden. Das kann in Abhängigkeit zur Steuerprogression ganz schön teuer werden. Bei einer Steuerstufe von 40% müssen also 40000 Euro bezahlt werden, während eine Person mit Wohn- und Steuersitz in der Schweiz nur etwa die Hälfte bezahlen muss. Bei einer derartigen Regelung haben die deutschen Grenzgänger gravierende Nachteile in Kauf zu nehmen im Gegensatz zu ihren Schweizer Kolleginnen und Kollegen, deren Kapitalabfindungen lediglich zu einem geringen privilegierten Steuersatz besteuert werden.

Hatte ein Grenzgänger in der Annahme, dass die Auszahlung nach 12 Jahren steuerfrei ist, sogar noch freiwillige Einkäufe getätigt, so müssen diese ab dem Jahre 2005 zusätzlich versteuert werden. Ferner gilt es zu beachten, dass die gesetzlichen Pensionskassenbeiträge des Arbeitgebers für den Grenzgänger nicht zu versteuern sind. Freiwillige Beiträge des Arbeitgebers welche über das gesetzliche Minimum hinausgehen, stellen jedoch steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Auf Antrag können Grenzgänger, die ihre Tätigkeit in der Schweiz vor dem 1.1.1995 aufgenommen haben und nachweisen können, dass die freiwilligen Pensionskassenbeiträge die jeweiligen Höchstbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mindestens 10 Jahre überschritten haben, für einen Teil der Zahlungen aus der Pensionskasse die Besteuerung auf den günstigeren Ertragsanteil erhalten.

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